Südkurier: „Gründerzeit“ Interview mit Friedhelm Schaal

Der Südkurier beginnt eine schöne Serie namens Gründerzeit, in der spannende Startups und Gründeraktivitäten der Region vorgestellt werden. Vor kurzem ist der erste Teil dieser Serie veröffentlicht worden. Wir möchten euch hier die Kernaussagen aus dem Interview mit Friedhelm Schaal, dem Leiter der Wirtschaftsförderung Konstanz, aufbereiten.

Herr Schaal sieht in der Gründerszene eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft in Konstanz. Die Nähe zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Konstanz durch die HTWG und der Universität Konstanz spiele dabei laut Schaal eine zentrale Rolle für die Entwicklung von Start-Ups.

Einen weiteren Baustein sieht Schaal in einem zukunftsfähigen Technologiezentrum. Der bisherige Standort des Technologiezentrums an der Blarerstraße soll aufgegeben und das Grundstück, nach Schaals Wunsch, verkauft werden. Die Einnahmen daraus wünscht sich Schaal reinvestiert in die Gründerszene – speziell in den Aufbau eines neuen Technologienetrums.
Wo dieses zukunftsfähige Technologiezentrum stehen soll ist jedoch noch nicht sicher. Die Stadt Konstanz sei aber mit dem Eigentümer des ehemaligen Siemensgrundstückes auf einem positiven Weg um etwas zu realisieren. Auf jeden Fall wird es bis Mitte des Jahres eine Lösung geben, so Schaal. Bei der Umsetzung ziehen Verwaltung, Gründerszene selbst, aber auch Hochschulen gemeinsam an einem Strang und sind in den Prozess involviert.

Schaal sieht aber auch Hindernisse auf diesem Weg. Er möchte nicht in einem lebendigen Museum sondern in einer lebendigen Stadt wohnen. Dafür kritisiert er auch das Baurecht in Konstanz. Er sieht eine Verschmelzung der Wohn- und Gewerbegebiete für unumgänglich, beschwichtigt aber auch die Kritiker: „Die Zeiten von produzierendem Gewerbe sind in Konstanz vorbei.“ Es werde keine rauchenden Schornsteine mehr geben, sondern rauchende Köpfe. Die Gründerszene hat das Potential Bereiche zu schaffen in denen Wohnen und Arbeiten ineinanderfließen.

Gleichzeitig bezweifelt Schaal, dass es wieder eine Zeit geben wird in der sich große Unternehmen, wie die ehemals Altana, in Konstanz ansiedeln werden. Dies trauert er jedoch nicht nach, da stattdessen sich viele kleine und mittelständische Unternehmen in Konstanz angesiedelt haben und so den Verlust der Gewerbesteuereinnahmen ausgleichen: 70% der Gewerbesteuereinahmen kommen mittlerweile aus diesem Sektor – nicht wie oft geglaubt aus dem Einzelhandel. Konstanz habe zur Zeit die höchste Beschäftigungsquote der Nachkriegsgeschichte.

Zum Abschluss richtet Friedhelm Schaal einen Wunsch an die Öffentlichkeit: dass die Bevölkerung den Stellenwert der Wirtschaft erkennt und positiv belegt. Seriöse Investoren sähen Konstanz als Standort sehr attraktiv, würden sich aber wegen der feindlichen Stimmung der Öffentlichkeit als nicht willkommen fühlen.

Link zum vollständigen Artikel auf Südkurier.de

Teilen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.